Kommentar: Verhandelt endlich mit dem IS! Es gibt keinen anderen Weg!

Kommentar: Verhandelt endlich mit dem IS! Es gibt keinen anderen Weg!

Mit Terroristen reden wir nicht! Mit Assad, dem alten Menschenfeind, reden wir nicht! Mit der AfD reden wir nicht!

Bei vielen Leuten herrscht die Vorstellungen, dass manche so fundamental anders (oder falsch) denken, dass es unmöglich ist, mit ihnen zu reden, geschweige denn zu verhandeln. Wie soll er dich auch verstehen, der dumme Terrorist? Er will doch nur den Westen brennen sehen. „Argumente helfen da nicht“, schallt es aus den heiseren Kehlen der Interviewpartner. Wie soll man mit Assad verhandeln, wo er doch die eigene Bevölkerung mit Fassbomben massakriert? So einem Schlächter! Pfui, der geht gar nicht. Der kann uns ja auch überhaupt nicht verstehen, was sollen wir mit dem verhandeln.

Mir reicht’s! 

Wer Parteien, oder bestimmten Politikern die Fähigkeit zu Verhandeln aberkennt, der macht immer, ja wirklich immer, einen gewaltigen Fehler! Es gibt wahnsinnige Menschen. Menschen, die so kaputt sind und so machttrunken, dass sie kaum auf jemanden hören. Auf diese könnte man ewig einreden. Sie würden es nicht verstehen. Doch wenn ich aus der Entfernung mir solch einen anschaue und gleich weiß, dass ich mit dem nicht reden kann, dann verbaue ich jeden Weg an den Verhandlungstisch.

Reden wir doch mal über den IS

IS Anhänger sind voller Hass gegen den Westen. Die Anschläge in Brüssel waren laut Clausi Kleber: „Ein Angriff auf eine bestimmte Art zu leben“. Da lässt der triefäugige Anchor vom Heute Journal die Peitsche knallen. Wer eine bestimmte Art zu leben angreift, mit dem kann man doch gar nicht reden, oder? Nach Kleber ist der IS quasi der Todfeind des Westens, der Endgegner. Mit diesen Terroristen zu reden, scheint so zu sein, als würde das Feuer versuchen mit dem Wasser zu reden.

Hier sieht man die gewaltige Gefahr, die von solch einer krassen Dämonisierung des IS ausgeht. Ich will hier keinesfalls die unglaubliche Grausamkeit des IS relativieren oder gar rechtfertigen. Doch wenn man sich die Muster der Anschläge in Europa ansieht, erkennt man eines sehr deutlich:

Es sind die Verlierer der Gesellschaft, es sind die, die unter dem Terror des Drohnenkriegs und des Irak-Kriegs litten, die jetzt unter der Flagge des IS Menschen töten. Sie wollen zurückschlagen, den Krieg gegen den Terror aus der arabischen Welt in die westliche tragen. Das ganze ist geleitet von einer radikalen, religiösen Ideologie. Die Waffe des IS ist Angst und Schrecken und ganz Europa schlottern die Knie. Unaufhaltsam scheinen sie. Wer sich selber in die Luft sprengt, um andere dabei mitzunehmen -- wie soll man mit solchen Menschen verhandeln können?

Sie haben genug davon, dass wir bei ihnen für Frieden sorgen wollen. Sie hassen den westlichen Einfluß und bekämpfen ihn, auch in unseren Städten. Also warum lassen wir sie nicht einfach in Ruhe? Ihr Hass rührt in erster Linie daraus, wie wir und vor allem Ex-Präsident und Widerling George Bush mit ihnen umgesprungen ist und wie Obama und seine Drohnen es noch heute tun.

Die Lösung ist ganz einfach:

Geben wir ihnen ihren verdammten islamischen Staat. Die Staatenkonstrukte in der arabischen Welt sind ohnehin willkürlich und völlig weltfremd. Die Kurden werden sich wohl unabhängig machen, das sind wir ihnen mindestens schuldig. Aber ein echter IS würde wohl auch nicht wesentlich anders als Saudi-Arabien sein. Geben wir ihnen ein Stück Syrien und ein bisschen was vom Irak.

Man müsste natürlich darauf bestehen, dass der IS diejenigen ausreisen lässt, aus seinem neuen Staatsgebiet, die keinen Bock auf Scharia haben. Dafür dürften dann aber auch alle Knallköppe die Pierre Vogel in irgendeiner Fußgängerzone bekehrt hat, dort einreisen. Alle Drohnen und Truppen müsste man abziehen, einen wirklichen Frieden anbieten. Sie hätten ihren Gottesstaat mit seiner ganz eigenen islamischen Verfassung. Ganz ohne Drohnen, ganz ohne Abu-Ghuraib.

Jetzt könnte man wieder behaupten, der IS würde nur zum Schein auf solch ein Angebot eingehen, um sich dann mit der ganzen Power eines eignen Staates wieder gegen den Westen zu werfen. Aber wenn wir es nicht versuchen, wenn wir nicht versuchen mit dem IS zu verhandeln, dann werden wir noch auf Jahre Bomben in Pendlerzügen, in Flugzeugen und Flughäfen haben. Immer mehr Sicherheitskräfte in unseren Städten und unseren Computern, wir werden immer mehr Unschuldige und Terroristen mit Drohnen ausschalten müssen. Es gibt keine Alternative zur Verhandlung. Ein Krieg gegen solch eine dezentrale Gruppierung ist nicht zu gewinnen. Für kein Land und für keinen Geheimdienst. Interessanterweise sehen das alle in Europa, allen voran Angela Merkel im Ukraine-Konflikt genau so. Es gibt keine Alternative zu Verhandlung, der Krieg ist nicht zu gewinnen. Wieso sollte irgendwas anderes im Krieg gegen den Terror gelten?

Zu hassen ist immer einfach. Alle Ausländer, Flüchtlinge oder Araber zu Feinden meiner kleinen Welt zu erklären, die so radikal sind, dass ich sie nie werde ändern können, das ist feinster Donald Trump/Afd-Sprech. Es braucht immer mehr Kraft auf den anderen zuzugehen.