Terror in Paris – Der Sonntag danach

Trotzig gehen einige Pariser auf die Straße, Pärchen schlendern Arm in Arm die Straßen entlang, viele sind mit Einkaufstüten bepackt auf dem Weg nach Hause. Die meisten haben jedoch Blumen in der Hand und bewegen sich zielgerichtet in Richtung 11. Arrondissement. Die Menschen versammeln sich vor den Tatorten, legen Blumen nieder und zünden Kerzen an. Einige beten.

 

Die Stimmung ist gedrückt, kaum jemand macht Fotos. Die Trauer ist den Menschen ins Gesicht geschrieben. Ungläubig presst ein Mann mittleren Alters sein Gesicht an die Scheibe des „Comptoir Voltaire“, der Bar an der sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt hatte. Es ist eine typische französische Eckbrasserie mit Markisen und Terrasse. An der Außenseite der Bar sind deutlich 7 Löcher zu sehen. Ein Fahrradfahrer stürzt als er mit dem Blick am Tatort hängen bleibt. Sofort eilen ihm Menschen zur Hilfe.

An der Rue de Charbonne, an der sich weitere Anschläge ereigneten haben die Geschäfte geöffnet. Beim Bäcker werden wir freundlich bedient, die Verkäufer sind sichtlich um ein Lächeln bemüht. Der berühmte Friedhof Pere-Lachaise ist geschlossen. Während einige Straßen und Cafes wie leergefegt sind, sind andere Bars bis zum letzten Platz voll. Die Menschen trinken Bier und Caffe in der Sonne. Die Stimmung ist jedoch angespannt, bei lauten Geräuschen drehen sich die Menschen sofort unvermittelt um. Viel Polizei ist nicht zu sehen, zweimal kreist ein Hubschrauber über uns. Während auf dem Place de la Republique nach einem Fehlalarm kurz Panik ausbricht, bleibt auf dem Boulevard Voltaire alles ruhig.