Meinungssache

Es gefällt mir nicht, ich halte zu viel für falsch. Es gibt Dinge die gut sind, aber so oft  ich auch mit mir selbst und meinen Freunden hadere, überwiegt das schlechte und es bleibt nur noch ein leerer Blick, der hauptsächlich Angst und Probleme sieht. Enttäuschendes resignierendes Kopfschütteln.

Aber ist es aus meiner Perspektive sowieso eine Idiotie ausschließlich über Ängste zu reden und nur diese zu sehen. Es wäre respektlos den Menschen gegenüber, die sich nicht wie ich gerade müßig in irgendwelchen Gedanken spielen können, da der Magen zu sehr knurrt, der Körper zu sehr schmerzt, die Angst zu groß ist oder einem das Messer jagt.

So wie diese Menschen Tag ein Tag aus sich zwanghaft ihren Ängsten stellen müssen und all Ihre Kraft in die Veränderung setzten. Sei es die Bildung, das Essen oder die Flucht, wird von uns jegliche Veränderung verlangsamt oder wieder vergessen. Die Energiewende löst sich auf, die Kluft zwischen Arm und Reich steigt, die soziale Marktwirtschaft ist somit in Frage gestellt.  Den Begriff Politikverdrossenheit kann ich schon gar nicht mehr hören. Europa bröckelt . Unsere Nachbarländer, ehemalige Kolonialstaaten und Energielieferanten stehen seit Jahrzehnten immer wieder in Flammen.

Ich bin überzeugt, wir hätten die Kraft viel zu verändern. Nur Veränderungen kosten noch mehr Anstrengung und wir sind müde, müde von der Arbeit, müde von der wenigen Ruhe, dem Konsum, den Informationen, der Politik, der Komplexität.

Die schlechten Zeichen unserer Zeit sind  nicht akzeptierte Stromtrassen, ein nicht zu bändigendes Finanzsystem, dass definitiv kein Mensch auf dieser Welt vollständig versteht. Politische Geschenke die konträr gegenüber unserer Zukunft sind. Der  fehlende Mut zu Europa und die Rückkehr von Nationalismus und dann noch die lähmende Scheu vor Verantwortung.

Dazu macht das bodenlose Loch an Informationen, indem wir zu jeder Zeit mit nur zwei Daumenbewegungen springen können, es uns umso schwerer, wichtiges vor weniger wichtigem zu trennen. Es lenkt uns ab und  macht uns müde von zu vielen Dingen.

Deswegen ist der Wille für Veränderung  nicht da. Der Druck schon gar nicht. Unsere Bundeskanzlerin versinnbildlicht die Sehnsüchte von uns. Nämlich hauptsächlich in Ruhe gelassen zu werden.

So zerren wir an unserem Wohlstand. Während unsere Demokratie  mehr und mehr Schaden durch Lobbyismus nimmt. Der Mut in der Politik fehlt wirkliche Reformen anzugehen. Lehren aus der der Finanzkrise? Kurzfristig nicht. Stresstests oder ähnliches sind eine Farce. Das vorgaukeln von Sicherheit. Nur in den ersten Jahren hat man den Finanzkapitalismus in Frage gestellt. Aber auch davon ist nur ein Hintergrundrauschen geblieben. Der Mensch, mit dem westlichen System an der Spitze, hat noch nicht hart genug auf die Schnauze bekommen, um seine beispiellose Völlerei am Konsum in Frage zu stellen. Und jedes Jahr das vergeht, graust es mir mehr vor den Folgen.