Auf in den dritten Irakkrieg

Die USA fliegen Luftangriffe gegen die Terroristen von Islamischer Staat. Sie liefern Waffen an die kurdische Peschmerga Miliz und sie lassen den irakischen Präsidenten Nuri al-Maliki fallen, weil der sich an der Macht festkrallt. Die guten Absichten und auch das Lob aller westlichen Staaten für diese Schritte können nur schwer über die stümperhafte Vorgehensweise der USA hinwegtäuschen. Am Ende verscherzen sie es sich mit zuvielen regionalen Playern.

http://www.anticapitalistes.net/local/cache-vignettes/L502xH309/arton4289-cf419.jpg

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Eine Terrororganisation nimmt im Eiltempo und ohne große Gegenwehr große Teile des Irak ein. Die irakische Armee zerfällt, läuft über oder läuft weg. Die USA sind noch nicht lange weg und hinterlassen ein Machtvakuum, das gefüllt werden will. Da bietet die Mischung aus ehemaligen Sadam Hussein Anhängern, radikalen Islamisten und kampferprobten Terroristen gerne an. Mittlerweile haben sie mit dem ganzen Land auch eine Menge Kriegsgerät erbeutet.

Nachdem die irakische Armee, die mit Kriegsgerät der USA und nach jahrelanger Ausbildung trotzdem völlig zerfallen ist, greifen die Terroristen von Islamischer Staat jetzt die autonome Region Kurdistan an. Esidische Kurden, Christen und Muslime anderer Glaubensrichtungen wurden vertrieben, weil sie nicht konvertierten oder sich der Scharia unterwerfen wollten. Die kurdischen Peschmerga Kämpfer sind die einzige funktionierende Gegenwehr.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5b/Pechmerga_2003.jpg

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Und jetzt kommen die USA und beschließen, die kurdischen Kämpfer mit Waffen und Luftschlägen gegen die IS-Terroristen zu unterstützen. Dieser Schritt scheint aus Sicht der USA der einzig sinnvolle zu sein, denn auf der einen Seite steht Nuri al Maliki, der als Präsident für den gesamten Irak nicht mehr tragbar ist. Die USA stört vor allem sein Hilferuf an den Iran, der angeboten hat, im Irak mit Truppen gegen die sunnitischen IS-Kämpfer vorzugehen. Diesen Einfluss können die USA nicht zulassen.

Auf der anderen Seite liegt hinter der Unterstützung der Kurden ein Konflikt mit dem NATO-Partner Türkei, wo die kurdische PKK (Arbeiterpartei, von EU, Türkei und USA als Terrororganisation eingestuft) in den 80er Jahren den bewaffneten Kampf für einen eigenen Staat begann und 2009 in Istanbul einen Brandanschlag verübte. Und genau hier liegt auch das große Problem mit den Kurden im Irak, denn auch hier ist ihr Kampf bestimmt kein selbstloser für die Einheit des Irak, wo sie sich mittlerweile Sonderrechte und eine eigene Verwaltung erstritten haben.

Die Türkei wiederum hat die schwelenden Kämpfe in Syrien, mit Kurden, jahrelang tolleriert und die Grenze ist dabei relativ offen. Der Ruck der Islamisierung und des politischen Islam, der in der Türkei mit der AKP Erdogans immer weiter voranschreitet, gibt der ISIS einen gewissen Sympathievorsprung. Für die Türkei ist die ISIS eine Kampftruppe, die gegen das Regime im Irak kämpft und keine waschechte Terrororganisation. Die Türkei und die restlichen NATO Mitglieder geraten hier wahrscheinlich in einen Konflikt, bzw. sollten in einen Konflikt geraten.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5b/Pechmerga_2003.jpg

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Ein von den USA verschuldeter Konflikt wird nun wieder mit Hilfe der USA “gelöst”. Das Verhalten der USA ist hierbei doch sehr zwiespältig. Und eine Lösung werden die Menschen dort auch nicht bekommen, wenn die Kurden weiter auf die Gründung eines Nationalstaats getrimmt werden. Das weitet sich aus zum nächsten Irakkrieg in den die USA verwickelt werden.