Somalia – Ein Blick zurück Teil 2

Somalia, das Land am Horn von Afrika. Das Land in dem über 20 Jahren Anarchie herrschte. Immernoch 1.2 Millionen Somalier auf der Flucht. 400.00 somalische Flüchtlinge leben in Dadaab, Kenia, dem größten Flüchtlings-Camp der Welt. Und doch gibt es Hoffnung für das gespaltene Land.

Im ersten Teil meines Artikels konntet ihr etwas über die Geschichte Somalias bis 1996 erfahren. Das Land am Horn von Afrika befindet sich '96 seit fünf Jahren in einer Anarchie. Der Wegbruch der Führung durch den Diktator Barre erzeugte ein Machtvakuum, das durch die lokalen Warlords nicht gefüllt werden konnte. Das Land wird politisch geteilt. Somaliland im Norden ist schon seit 1991 unabhängig, Puntaland und Jubaland werden von Warlords regiert. August 2000 wollen einige einflussreiche, im Exil lebenden Somalier die anarchistische Zeit beenden und gründen ein neues Parlament. Problem an der Sache ist nur, dass dieses Parlament nur einen winzigen Teil des Landes unter Kontrolle hat und aus dem Nachbarland Djibouti regieren muss. Nach einer Umstrukturierung der Exil-Regierung spielt das Nachbarland Kenia ab 2004 eine wichtige Rolle. Abdullahi Yusuf Ahmed, der Präsident der Splitternatiom Puntland, regiert aus dem Exil in Kenia eine Übergangsparlament. Die Lage in Somalia ist zu der Zeit offensichtlich zu gefährlich für die Politiker. Somit ist das Land weiterhin ein gespaltenes Land ohne klare politische Ordnung. Islamische Miliz und äthiopische Intervention Im Mai 2006 brechen die größten Unruhen des Landes seit 10 Jahren aus. Die islamistische Miliz, Somali Islamic Courts Council (SICC), erheben ihre Waffen gegen einige lokale Warlords. Die Milizen übernahmen einen Monat später die Hauptstadt Mogadishu und kontrollieren große Teile des Südens Somalias. Der neue Präsident Yusuf Ahmed versucht vergebens den Frieden zwischen den Warlords und den islamischen Milizen herzustellen. Aber er scheitert. Währendessen im Süden die islamische Miliz immer stärker wird, moblilisiert im Norden das Nachbarland Äthiopien seine Truppe an den Grenzen Somalias. Grund für die Moblisierung ist die wachsende Furcht vor der islamischen Miliz. Militärisch und wirtschaftlich unterstützt wird Äthiopien von der USA. Mitte Dezember fliegen die ersten Raketen in Richtung Somalia. In den folgenden Tagen brachten äthiopische Truppen, gemeinsam mit somalischen Truppen der Übergangsregierung, Mogadishu unter Kontrolle. Die meisten Islamisten flohen in den folgenden Wochen aus dem Land, meist in den Süden nach Kenia. Die äthiopische Regierung kündigte an, dass die Truppen solange im Land bleiben sollen, bis es eine stabile, zentrale Regierung gäbe.
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2. Intervention der UN und der USA Januar 2007 versucht das US Militär gezielt islamistische Kämpfer in Somalia zu töten, die an den Anschlägen 1998 in Kenia auf die amerikanische Botschaft beteiligt gewesen sind. Die Angriffe werden von mehrern islamischen Ländern stark kritisiert, da hierbei auch somalische Zivilisten getötet wurden. Kurz nach den Angriffen entbrennt ein erneuter Bürgerkrieg. Die Aufstände richten sich gegen die äthiopische Armee und gegen die Übergangsregierung und vorallem auch gegen die westlichen Imperialisten. Die Unruhen forderten insgesamt 300 Todesopfer.
Die Auseinanderstetzung führte zur Flucht von 320.000 Menschen aus der Kriesenregion in nur 2 Monaten. Die meisten Flüchtlinge suchten Asyl in Kenia.
Nach eineinhalbjährigen Unruhen, erklärt die neu gegründete Alliance for the Reliberation of Somalia (ARS) im Juni 2008, dass sie die Waffen nierderlegen. Die ARS begründet sich aus der aktuellen Übergangsregierung im Norden und einer Gruppe gemäßigter islamischer Warlords. Die äthiopischen Bestatzungstruppen plädieren für den erneuten Einsatz der UN Truppen und dass die UN dafür sorgen sollte, dass in Somalia eine Regierung gebildet wird. Dieses Vorhaben ist von Anfang an mit Skepsis betracht worden, denn man traute der UN keine kompetente Führung zu. Führende islamische Gruppen beteiligen sich nicht an den Gesprächen mit der UN und lehnen diese ab. Im streng islamisch geprägten Süden Somalias erlangt einen milianter Zweig der Somili Islamic Courts Council einen starken Zuwachs an Macht, die Al Shabaab. Die Al Shabaab verbündet sich mit der al Quaeda und erlangt die Unterstützung einer großen Anzahl von lokalen Warlords im Süden des Landes. Die Gruppe will Somalia in einen islamischen Staat zurückführen, in dem die Sharia gelebt wird. Sie rüstet sich für den Kampf gegen die durch die Übergangsregierung geführten Teile Somalias. Al Shabaab nutzt bei ihrer Ausbreitung im Süden Somalias das Machtvakuum einer schwachen Übergangsregierung und einer schwachen UN. Im Januar 2008 kontrolliert die Al Shabaab fast den ganzen Süden Somalias. Im Oktober 2008 erreicht der religiöse Terror den bis dahin friedvollen Norden. In Hargeisa, die Hauptstadt der Republik Somaliland ereignen sich zahlreiche blutige Selbsmordanschläge.
Die unsichere Lage im Norden wurde verstärkt durch Streitigkeiten der Regierung über die Unfähigkeit bestimmter Regierungsführer.
  2009 wurde erneut gewählt. Omar Abdirashid Ali Sharmarke kommt an die Macht. Er wird zunächst als die große Hoffnung Somalias bezeichnet. Anfang 2009 in Mitten einer wachsenden islamistischen Bedrohung im Süden, zieht Ätiopien seine Truppen aus Somaila ab. Die neu gewählte Regierung wird als ausreichend stabil angesehen. Somalia ist 2009 auch in deutschen Zeitungen wieder in den Schlagzeilen. Aber nicht wegen der humanitären Katastrophe die sich seit fast 20 Jahren in dem Land abspielt, sondern weil deutsche Frachter durch somalische Piraten angegriffen werden. Wenn man sich vor Augen hält welche strategische Lage das Horn von Afrika für die Öllieferungen aus den Arabischen Emiraten in den indischen Ozean hat, nehmen die Attacken der somalischen Piraten eine ganz andere Rolle ein. Zudem befürchtet die Internationale Gemeinschaft eine Gefahr für den Handel, da die Piraterie die wichtige Schifffahrtsroute zwischen Asien und Europa durch den Sueskanal und das Rote Meer betrifft. Die Nato Mission Operation Ocean Shield wird gestartet um den Seeweg am Golf von Aden zu sichern. Die Piraterie beeinträchtigt die Lieferung von Nahrungsmittelhilfen nach Somalia, die hauptsächlich auf dem Seeweg geschieht. Durch die Piraterie sind die Lebensmittelpreise für die somalische Bevölkerung um 20 bis 30 Prozent gestiegen, da nur noch wenige Frachtschiffe bereit sind, einen somalischen Hafen anzulaufen. Einfluss der Piraten auf den indischen Ozean Al Shabaab zieht weiter um Unheil anzurichten Im Februar 2010 erklärt al Shabaab offiziell ihre Allianz mit al Quaeda. Die USA sieht eine große Bedrohung in der Gruppe, da die Bewegung die Funken wirft für einen Großbrand islamistischer Herrschaft in Ostafrika. Bereits im Juli 2010 ereignete sich in Kampala der Hauptstadt Ugandas ein Terroranschlag der al Shabaab mit 75 Toten. Der Anschlag sollte eine Nachricht an alle Staaten sein, die Truppen geschickt haben, um die Übergangsregierung Somalias zu unterstützen. Die weitere Erstärkung der islamistischen Gruppe wurde erneut durch die Unfähigkeit der Übergangsregierung und der UN gefördert. Der Präsident Ali Sharmarke tritt nach internen Streitigkeiten 2011 zurück. Neuer Chef des Landes wird Mohamed Abdullahi Mohamed. Hungersnot, Massenflucht und Verbot von westlicher Hilfe Die Lage im Somalia verschärft sich dramatisch, da neben der politischen Unsicherheiten und der Unterdrückung durch religiöse Gruppen, im Sommer 2011 eine große Dürre ausbricht. Die darauf folgende Hugersnot, zwang tausende zur Flucht in die Nachbaländer. Verschärft wird die Katastrophe durch das Verbot der Shabaab die ausländischen Hilfslieferungen anzunehmen.
Laut einer Studie der UN Agrikultur und Nahrungsmittel Organisation starben an der humanitären Katastrophe ca. 260.000 Somalier, die Hälfte davon war unter 6 Jahre alt.
Hungersnot 2011 in Ost-Afrika Gründung eines neuen Parlaments als Neustart Nach 20 Jahren der Anarchie und Spaltung des Landes, nach 17 vergeblichen Versuchen eine international anerkannte Regierung zu bilden gelingt es August 2012 ein neues Parlament zu gründen. Vorsitzender wurde der ehemalige Arbeitsminister Mohammed Osman Jawa. Die Bildung des Parlaments erfolgt am Flughafen von Mogadishu unter Aufsicht der Truppen der Afrikanischen Union. Bereits im September wird der erste Präsident Hassan Scheich Mohamud als Präsident vereidigt. Wie so oft gilt der Anwalt für Bürgerrecht als große Hoffnung für Somalia. Nur 2 Tage nach Einführung des Präsidenten überlebte dieser einen Anschlag der militanten Shabaab.
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      Die Kenianische Angelegenheit Im September 2012 ist es der erste große Staatsakt der neuen Regierung mit Hilfe kenianischer Truppen, die äußerst wichtige Hafenstadt Kismayo im Süden Somalias einzunehmen. Zunächst wurde die Hafenstadt aus der Luft und von der See durch die kenianische Armee angegriffen. Anschließend Kismayo eingenommen. Lage der Hafenstadt Kismayo Al Shabaabs Führung kündigte nach ihrer Vertreibung aus der Stadt den Kampf im Untergrund weiter zu führen.
Kismayo wird sich von einer friedlichen, durch die Sharia regierten Stadt in ein Kampfzone verwandeln.
  Flucht - Dadaab 400.000 somalische Flüchtlinge in Dadaab, Kenia Aktuell sind immernoch mehrere 100.000 Somalier auf der Flucht vor der Situation in ihrem Heimatland. Obwohl es Somalia wirschaftlich zur Zeit außerordentlich gut geht kehren viele der geflüchteten Menschen nicht in ihre Heimat zurück. Das größte Flüchtlings Camp befindet sich in Kenia mit ca. 400.000 Somaliern. Das Lager in der Nähe der Ortschaft Dadaab wird durch das UNHCR zusammen mit andern Hilfsorganisationen geführt und ist das größte Flüchtlingslager der Welt. Erschreckend an der Situation ist, dass das Lager 1992 gegründet wurde und ursprünglich für eine Anzahl von 90.000 Flüchtlinge ausgerrichtet war. Insgesamt haben laut einer Studie der UNHCR 6% der Bevölkerung, folglich ca. 750.000 Menschen, in den letzten 6 Jahren ihre Heimat Somalia verlassen. Es sind aktuell fast 1.200.000 Somalier auf der Flucht. Im dritten Teil erfahrt ihr alles über die aktuelle Lage in Somalia Autor: Matthias Woher: http://www.nationsencyclopedia.com/Africa/Somalia-HISTORY.html http://www.mongabay.com/reference/country_studies/somalia/HISTORY.html http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Somalias