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Was ist eigentlich George Zimmermanns Problem?

“George Zimmermann? Wer ist jetzt des schon wieder”, fragt ihr Online-Wesen mit einer Aufmerksamkeitsspanne eines Eichhörnchens mit ADS euch jetzt wahrscheinlich. Das ist der Mörder (die Wortwahl ist absichtlich inkorrekt) von Trayvon Martin. An den sollte man sich noch erinnern können, auch mit Spatzenhirn.

Zur Erinnerung: Trayvon Martin wurde im Februar 2012 auf dem Weg zur Freundin seines Vaters von oben genannten Freizeit-Polizisten erschossen.

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Warum Trayvon Martin sterben musste

Trayvon Martin hatte keinen Fehler begangen -- außer zur falschen Zeit, am falschen Ort, auf den falschen Menschen zu treffen: George Zimmermann. Der war Teil einer so genannten “Nachbarschaftswache”, also Leuten, mit unangenehmen Geltungsdrang, gepaart mit “zu-viel-Zeit-haben” und einer ordentlichen Portion Verfolgungswahn. Als Zimmermann im Auftrag dieser Wache die Nachbarschaft durchstreifte, auf der Suche nach den düsteren Gestalten der Nacht, die gesetzlos ihre Kaugummi-Papierchen auf die Straße werfen könnten oder sonst wie ihrer kriminellen Energie Luft machen müssen, kreuzten sich die Wege der beiden. Als Zimmermann den kapuzentragenden, afroamerikanischen Jugendlichen entdeckte, muss ihm wohl vor Aufregung das kleine Herzchen etwas zu sehr unter der glänzenden “Hilfs-Sheriff-Plakette” gepocht haben (ich weiß nicht, ob die tatsächlich Marken tragen, aber ich bin mir fast sicher, dass falls nicht, Zimmermann sich seine eigene aus den umliegenden Alu-Kaugummi-Papierchen gebastelt hat). Endlich passiert hier mal was! Das Polizeiprotokoll berichtet von diesem Zeitpunkt an über die Geschehnisse: „Dieser Kerl sieht so aus, als ob er nichts Gutes im Schilde führt. Der ist auf Drogen oder so”, gab Zimmermann am Telefon der diensthabenden Polizeistation durch. Auch als Martin anfing vor Zimmermann davonzulaufen (ganz ehrlich, würdet ihr seelenruhig stehenbleiben, wenn ein glutäugiger Latino euch minutenlang beobachtet und dabei leise in sein Telefon brabbelt?), gab Zimmermann der Polizei durch, den verdächtigen Jugendlichen zu verfolgen, wovon die Polizei ihm sogar abriet. Wenig später erschoss Zimmermann Trayvon Martin in einem Handgemenge. Er war 17 Jahre alt, und die einzigen Drogen, die er bei sich hatte, war eine Packung Skittles, die er zuvor in einem Laden gekauft hatte.

Der Fall löste in Amerika -- und anschließend weltweit -- eine Rassismus-Debatte aus. Denn Zimmermann wurde unfassbarerweise freigesprochen -- er hätte aus Notwehr gehandelt. Dass das amerikanische Justiz-System die Benachteiligung von Randgruppen -- besonders der armen Bevölkerung und Afroamerikaner -- unterstützt, ist leider nichts neues (gerne nachzulesen in diesem Stück ).

“Go big or go home”

Soweit, so scheisse. Richtig still will es um Zimmermann auch jetzt noch einfach nicht werden. Man müsste annehmen, dass ein Mann  mit einer Vita wie der von wie George Zimmermann, seinen Freispruch als Chance betrachten könnte, Schadenbegrenzung am eigenen Karma-Konto zu üben. Aber nein, so rollt Georgie nicht. Seither heißt es für George Zimmermann viel eher: “Go big or go home”. So war Zimmermann im September erneut in Gewahrsam genommen worden, nachdem er seine Noch-Ehefrau und deren Vater mit einem Messer bedroht hatte. Die gute Frau hat  die Scheidung eingereicht. Kann ich verstehen.

Aber Zimmermann war wohl einen Minderjährigen erschießen und eine Frau zu bedrohen noch nicht genug für sein Bad-Boy-Image. Denn nun wurde er erneut festgenommen und zwar, haltet euch fest: Weil er seine schwangere Freundin mit einer Schrotflinte bedroht hat. Bam! Neben der Frage “Was ist eigentlich los bei dem Typen?”, “Wo waren nur die Eltern?” und ” Wie gefährlich sind eigentlich schwangere Freundinnen, geht da noch was mit Notwehr?” frage ich mich, was eigentlich beim amerikanischen Gerichtshof alles passieren muss, um jemanden hinter Gitter zu bringen -- außer schwarz sein.