Foto: Christoph Kürbel

Syrischer Asylbewerber steigt mal wieder auf nen Kran

Am Gärtnerplatz in München ist heute Morgen um neun Uhr ein syrischer Asylbewerber auf einen Baukran neben dem Gärtnerplatztheater gestiegen. Es ist nicht sein erster Besuch auf einem Kran. Schon vor zwei Monaten drohte der Mann in Thalkirchen mit seinem Freitod, sollte ihm und seiner Familie nicht Asyl gewährt werden.

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Der syrische Flüchtling, der schon im August gedroht hatte vom Ausleger eines Baukrans im münchner Westen zu springen, kletterte heute am Samstagmorgen wieder auf einen Kran. Nur diesmal am Gärtnerplatz. Dieser wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt. Schaulustige werden weitergeschickt und niemand darf den Gärtnerplatz betreten. Der verzweifelte Hilferuf eines Flüchtlings, der seine Familie (seine Frau + 7 Kinder) aus Kairo nach Deutschland holen möchte, soll scheinbar möglichst ungehört verhallen. Das Wetter tut sein übriges. Und so finden sich nicht einmal wirklich viele Schaulustige ein, die sich im Regen das Spektakel reinziehen möchten. Eine Ansage vom Band erklärt, dass das Büro des Münchner Flüchtlingsrates wegen Krankheit geschlossen ist.

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Bei seiner ersten Aktion im August, hatte der Syrer Abdulatit A. sich über Stunden nicht bereit erklärt seinen Hochsitz zu verlassen und wurde in einer nächtlichen Polizeiaktion vom SEK gewaltsam heruntergeholt. Anschließend wurde er in die Psychatrie eingewiesen. Bewegung im Fall seines Asylantrags hatte es offensichtlich nicht gegeben. Jetzt wurde es also mal wieder Zeit!

Europäische Flüchtlingspolitik

Dass eine von der CSU geführte Flüchtlingspolitik zu Lageraufenthalten der Asylbewerber führt wissen wir ja alle. Nicht umsonst gab es in den letzten Monaten immer wieder Protestmärsche von Asylbewerbern, die wahlweise auf dem Münchner Rindermarkt campieren oder das DGB-Haus beziehen. Die Zustände in Deutschland sind aber ein Luxus im Vergleich zu den Flüchtlingscamps in Südeuropa. Beim jüngsten Flüchtlingsunglück vor der italienischen Insel Lampedusa, bei dem über 140 Menschen starben, war ein italienischer Fischer der Erste vor Ort. Er rettete 40 Menschenleben. Die italienische Regierung fischte nur noch Leichen aus dem Wasser.

Die Flüchtlingspolitik der europäischen Union ist eine Politik der Ablehnung. Asyl wird grundsätzlich nur gewährt, wenn die Bewerber politisch verfolgt wurden oder aufgrund eines Krieges ihr Land verlassen mussten. Der syrische Bürgerkrieg zählt scheinbar nicht. Und die symbolische Aufnahme von 1700 syrischen Flüchtlingen in Deutschland ist auch eher ein Witz, wenn man bedenkt, dass Millionen von Flüchtlingen aus Syrien unterwegs sind und keiner sie haben will.