4. Bildung – Serie: Die Wahl zwischen Krebs und Aids

Bildung. Was bedeutet das eigentlich für uns?

“Jeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, zum mindesten der Grund­schul­unterricht und die grundlegende Bildung. Der Grund­schul­unterricht ist obligatorisch. Fach- und Berufs­schul­unterricht müssen allgemein verfügbar gemacht werden, und der Hoch­schul­unterricht muss allen gleicher­maßen entsprechend ihren Fähigkeiten offen stehen …”  Artikel 26 (1) der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

In Deutschland haben wir Mangel an Fachkräften und nicht genügend KITA Plätze. Wir haben aufsteigende Zahlen an Frauen in gehobenen Positionen und dennoch einen geringen Kinderzuwachs, was unser Land altern lässt. Woraufhin es viele pflegebedürftige Menschen gibt, um die sich gut gekümmert werden müsste, von gut ausgebildeten Fachkräften. Und genau hier schließt sich der Kreis wieder. In einem Satz kann man den aktuellen Missstand unseres Bildungs- und Ausbildungssystem in Deutschland definieren. Eines der wohl wichtigsten Themen, was die Parteien in Ihren Programmen zu behandeln hatten. Welche Partei setzt sich wirklich für den Nachwuchs ein?

 

  • „Wir wollen dafür sorgen, dass unsere Schulen auf der Höhe der Zeit ausgestattet sind. Dazu  gehören zum Beispiel moderne Computertechnik.“ S.21
  • „Um ihnen eine hervorragende Ausbildung für Lehrer mit auf den Weg zu geben, werden wir eine halbe Milliarde Euro für eine „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ bereitstellen.“ S.22
  • „Jeder ausbildungswillige und fähige Jugendliche erhält ein  Ausbildungsangebot, das zu einem anerkannten Abschluss führt. Unsere duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule gilt  dafür weltweit als Vorbild.“ S.22
  • „Religionsunterricht muss als eigenständiges Fach an unseren Schulen verankert sein.“ S.22

 

  • „ Bildung ist ein Grundrecht, und zwar für alle Menschen, unabhängig vom Geldbeutel,  von Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Geschlecht.“ S.42
  • „Wo wir Verantwortung tragen, gibt es keine Studiengebühren und werden Kita-Gebühren soweit möglich schrittweise abgeschafft.“ S.43
  •  „Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher unterstützen.“ S.43
  •  „Gemeinsam mit den Ländern einen Ganztagsplatz anbieten – egal wo und in welcher Schulform.“ S.44
  •  „Bereits vereinbarten nationale Bildungsstandards  verbindlich umgesetzten. Die Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen wird sich dadurch deutlich verbessern.“ S.45
  •  „Für die Sozialdemokratie bildet die duale Ausbildung eine leistungsfähige und tragende, zu akademischen Bildungswegen gleichwertige Säule der Fachkräfteausbildung in Deutschland.“ S.46
  •  „Grundfinanzierung der Hochschulen stärken.“ S.47
  •  „Wir werden im Wissenschaftszeitvertragsgesetz Mindeststandards für Befristungen schaffen und für mehr Gestaltungsspielräume der Tarifparteien sorgen.“ S.48
  •  „Wir wollen, dass Frauen und Männer im Berufsleben gleichgestellt sind.“ S.51

 

  • „Wir wollen die Länder unterstützen bei der Qualifizierung von Erzieherinnen und Erziehern, die in großer Zahl dringend gebraucht werden.“ S. 106
  •  „Digitalisierung im Bildungsbereich unterstützen, um den Zugang zu Wissen zu fördern. Lehr- und Lernmaterial soll unter freien Lizenzen bereitgestellt werden.“ S.107
  • „Qualität der Betreuungsangebote in einem Gesetz festlegen und  die Ausbildung von mehr Erzieherinnen und Erziehern unterstützen.  1 Mrd. Euro an Bundesmitteln pro Jahr werden wir Ländern und  Kommunen  zusätzlich zur Verfügung stellen.“ S. 108
  •  „Unser Ziel ist es, flächendeckend Ganztagsschulen aufzubauen.“ S. 108
  •  „Mit DualPlus wollen wir das Berufsausbildungssystem so weiterentwickeln, dass alle Ausbildungsinteressierten einen anerkannten Berufsabschluss erwerben können.“ S. 109
  •  „Veränderung des BAföG und eine Erhöhung um 300 Mio. Euro jährlich.“ S.110
  • „200 Mio. Euro ein Weiterbildungs- BAföG ohne Grenzen: Ältere, Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund und Geringqualifiziert.“ S. 111

 

Man könnte argumentieren, dass ich sehr einseitig aufführe, welche Bildungsmaßnahmen die Parteien in Ihren Programmen aufführen. Ich muss zugeben, dass die CDU einen ziemlich starken Fokus auf Forschung gelegt hat, was enorm wichtig ist, doch wer schafft es schon zum Wissenschaftler? Unser Bildungssystem ist so verkorkst, dass hier von Grund auf etwas passieren muss, von klein auf. Nachwuchs ist Zukunft und somit müssen wir uns mehr darauf konzentrieren, die sozialen Gefüge auszubessern und die Bedingungen rundherum zu optimieren, damit sowohl die betriebliche Ausbildung, als auch das Studium einen annehmbareren Prozess für junge Menschen bedeutet. Ich empfinde, dass sowohl die SPD als auch die Grünen diese Thematik viel mehr in ihrem Parteiprogramm aufgreifen. Hier werden Missstände klarer ausgesprochen und beide setzen sich auch für Benachteiligte der Gesellschaft ein: Ältere, Menschen mit Migrationshintergrund, Geringausgebildete. Es ist die Rede von Tarifveränderungen und Mindestlöhnen, von Ganztagesschulen und Fachkräfteoffensiven. Ich bin voller Hoffnung, aber habe noch Zweifel. Meines Erachtens nach wäre es sehr wichtig, besonders den Zugang zur Ausbildung, in Deutschland zu vereinfachen, weg von dieser elenden Bürokratie, von den unterbezahlten betrieblichen Ausbildungsplätzen, weg von dieser jämmerlichen Praktikumskultur, weg vom Augenmerk auf die Abiturnote von vor 10 Jahren. Kinder und Jugendliche sollten von der Pike auf mehr gestärkt werden, und zwar in dem, worin sie gut sind und dafür braucht man gut ausgebildete und bezahlte Erzieher, sowie honorierte Sozialpädagogen, die dies in Ganztagsschulen unterstützen: Lehrer, die mehr Subventionierung vom Staat bekommen, um gescheites Lehrmaterial zu kaufen und dies nicht aus eigener Tasche machen müssen. Jobs sollten kinderfreundlicher werden. Es kann nicht angehen, dass ich mit 27 im Vorstellungsgespräch durch die Blume gefragt werde, wie es denn mit der Familienplanung aussieht und auf der anderen Seite beschwert sich die CDU, dass wir so kinderarm sind. Mal abgesehen davon würde einem Mann so eine Frage nie gestellt werden. Auf der alternden Seite des Staates kümmern sich ausgebildete Pflegekräfte auf €450 Basis oder teilweise noch weniger Geld. Womit rühmen wir uns noch? Ich bin enttäuscht, weil auch ich mir Umwege suchen musste, um studieren zu können und trotzdem ist mein Bachelor ohne mindestens 5 Praktika kaum was wert, trotz 5-jähriger Berufserfahrung. Ich wünsche mir Änderung!

“Also lautet der Beschluss: Dass der Mensch was lernen muss!”  Wilhelm Busch
Quellen:

http://www.bmz.de/de/was_wir_machen/themen/bildung/hintergrund/bedeutung/index.html

http://www.cdu.de/sites/default/files/media/dokumente/regierungsprogramm-2013-2017-langfassung-20130911.pdf

http://www.spd.de/linkableblob/96686/data/

http://www.gruene.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Wahlprogramm/Wahlprogramm-barrierefrei.pdf

http://www.bpb.de/gesellschaft/kultur/158412/editorial