Lehren aus der Staatsschuldenkrise? Soll das Geldmonopol beim Staat liegen?

Ein Leser hat uns auf eine Internetseite aufmerksam gemacht.  Die Monetative E.V. Ein politischer Verein, der die Geldschöpfung verstaatlichen will. Konkret soll es nach dem Begriffsschöpfer Prof. Dr. Bernd Senf bedeuten, die Gewaltenteilung unseres Rechtsstaates, aufgrund der Staatsschuldenkrise, um eine weitere auszuweiten, die Moneative. Hierzu stellt uns der Leser fragen, wie wir zu der Idee stehen, und wie wir das aktuelle Finanzsystem sehen (Diskussion bei Facebook). Im Folgenden meine Meinung.

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Selbst dem ersten Absatz der Seite möchte ich schon widersprechen. “Die Wurzel der aktuellen Banken- und Staatsschuldenkrise liegt im Geldsystem.“ In Wirklichkeit lag Sie insbesondere in Europa, in einer übereifrigen Einführung einer Gemeinschaftswährung, ohne die Schaffung einer gemeinsamen Wirtschaftspolitik. Kurzum, die Europäische Verfassung, war nichts halbes, und nichts ganzes und deshalb der Euro, als Europäisches Flaggschiff zum Scheitern verurteilt.

Ein weiterer Hinweis dafür ist die Situation in den USA. Was hat die Krise dort ausgelöst? Kurz, der Krieg. Nach dem 11 September tobte sich der Mann aus dem wilden Westen, Bush Junior, erst mal aus. Und wenn sich der mächtigste Mann der Welt austoben will, kostet das Geld, viel Geld. Diverse Einflüsse, wie eine durch den damaligen Notenbankchef der USA, Alan Greenspan, aggressiv niedrige Zinspolitik (schöne Verschwörungstheorien, dass Bush hier Druck ausübte), eine lockere Kreditvergabe an Konsumgüter sowie Immobilien, (gibt auch hier wieder Verschwörungstheorien), und unregulierte Finanzgeschäfte (Derivate) führten zu einer Blasenbildung und Krise. Was folgt kennt jeder, Lehmann…. “Krise ja, Krise nein, den Banken gehts gut, den Banken gehts nicht gut, der Steuerzahler muss nicht zahlen, er muss doch zahlen.”

Die Amerikaner ließen ihre Banken pleite gehen, frei nach den Gesetzen der Marktwirtschaft. Heute sind sie weitestgehend gesund. Und wie geht es unseren? Das Pleitegehen, worüber in Europa Volkswirte über Jahre stritten und es jetzt noch tun, haben wir unterlassen, und knabbern heute noch an unseren “bad banks”. Und aus unserer Bankenkrise wurde  eine Schuldenkrise.

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Was nun eine Staatsschuldenkrise mit Geldpolitik zu tun hat, um genauer zu sein, die Notwenigkeit sie zu verstaatlichen, ist mir schleierhaft. Wie erging es den Staaten, die das Monopol inne hatten? In Frankreich war Sie immerhin positiver Auslöser der französischen Revolution, im heutigen Afrika fördert Sie Korruption, und Armut. Man könnte hier ein ewige Auflistung führen von Lateinamerika bis zum ostasiatischen Raum. Wer würde denn nicht den Knopf an der Geldmaschine drücken, wenn er kann, für sich selbst, seine Freunde, oder für eine Wiederwahl. Und hier stellt man sich wirklich vor, ein Institution zu schaffen, mit einer demokratisch gewählten Person, die dann Geld verteilen darf? Ich stell mir den Wahlkampf vor, und möchte dann alle im Sozialismus begrüßen.

Die Inumlaufbringung neuen Geldes durch öffentliche Ausgaben (Monetative e.V.)

Denn der Staat soll es ja noch dazu umsonst bekommen! Schön Frau Merkel wird das Elterngeld auf 3.000 Euro erhöhen, die SPD den Stundenlohn auf 20 Euro, die Linke will ein Grundeinkommen von 5.000 Euro schaffen, die FDP ist in die USA geflüchtet und die Grünen wollen weiterhin etwas real sein und pochen auf Steuererhöhungen. Wen wählst DU? Egal, aber gönn Dir!!! Sachlich ausgedrückt: Ich will nicht die Person wählen, die mein Staat, und dementsprechend auch mich kostenfrei finanziert!

Abschließend stellt sich noch die Frage der Preisbildung. In der Marktwirtschaft unterliegt der Wert des Geldes dem gleichen Gesetz wie jedes Gut und jede Leistung. Angebot und Nachfrage. In der Moneativen scheint es, dass der Staat direkten Einfluss auf die Preisbildung hat. Dies ist ein zu großer Systemeinschnitt, und einfach illusorisch, so lange wir in einer Marktwirtschaft leben. Bevor Europa so drastisch sein Wirtschaftssystem umgestaltet, sollte es erstmal seine politischen Reformen beenden…

Nun, aber eines lässt sich nicht bestreiten. Es läuft viel falsch in der Finanzwelt.

Nur was, und wer ist Schuld? Die Bank? Nein. Die Gier der Menschen! Die Bank ist nur das einfachste, vielfältigste und insbesondere schnellste Instrument, aus Geld mehr Geld zu schaffen. Der Angestellte hat etwas davon, die Inhaber, die Investoren die Geld verdienen, und die Kunden, die nicht nur hohe Verluste, sondern auch hohe Gewinne einfuhren und abschließend, der Staat (hier wären wir wieder bei den Kriegsjahren der USA). Die Branche kann ein Wachstumsmotor sein für eine komplette Nation über Jahre hinweg, siehe London. Und deswegen wird liberalisiert und Gesetzte die vor Jahrzehnten, und Jahrhunderten die Branche auf diverse Weise erfolgreich regulierten, werden abgeschafft.

Leider ist es mir, zu meinem Unmut, bekannt, dass es unter Schröders Zeiten zu Meetings mit den obersten Bankenmanagern kam und Schröder die Manager auf die andere Seite des Atlantiks verwies, sowie auf London, mit dem klaren Ziel, ein ähnlich mächtigen Finanzstandort in Frankfurt zu etablieren. Es folgte die Deregulierung des Marktes.

Neben Der Liberalisierung werden Hochfrequenzcomputer und Algorithmen in.

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http://www.google.de/imgres?q=Derivatehandel+Zur+Realwirtschaft&sa=X&hl=de&biw=1680&bih=959&tbm=isch&tbnid=EoTK-cKZZzR80M:&imgrefurl=http://www.querschuesse.de/geldpolitik/&docid=5NvO6urfV5WWeM&imgurl=http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2011/09/1a180.jpg&w=797&h=623&ei=NUKuUaLkKej04QS4jIGQAQ&zoom=1&iact=hc&vpx=973&vpy=280&dur=45&hovh=198&hovw=254&tx=127&ty=111&page=1&tbnh=150&tbnw=192&start=0&ndsp=45&ved=1t:429,r:42,s:0,i:209

 

Das wohl größte Problem ist, dass der Branche erlaubt ist, auf Kredit, oder durch ein mindere Hinterlegung von Eigenkapital Geld anzulegen. Ich habe einen Euro, investiere aber 10 Euro.

Ein weiteres Problem ist der Computerhandel. Um 12:13:45 Uhr Ist der Wechselkurs des Euro in USD In Frankfurt bei 1,3074 USD. Um Punkt die gleiche Hundertstelsekunde ist der Kurs aber in New York um 0,0001 besser. Der Computer kauft automatisch und verkauft wieder. Ein Gewinn wurde aus dem nichts geschaffen und ein Computer macht das den ganzen Tag.

Durch diesen computergestützten und kreditfinanzierten Handel hat sich ein bizarrer Vergleich entwickelt. Ist Wirtschaftsleistung unseres Planeten bei ca. die 70 Billionen USD, bewegt sich das Volumen des weltweiten Derivatemarktes (Derivat: Versicherung, auch Wette…) bei 650 Billionen USD! Das ist absurd und sollte gesetzlich reguliert werden. Meiner Meinung nach in hohem und umfänglichen Maß. Ein Beispiel wäre, dass hinter einem Kredit, einer Versicherung, immer auch das reale Gut stehen muss. Denn nicht nur das die Bank mit einem Euro 10 investieren kann, sie kann sogar in Güter investieren, die es noch gar nicht gibt. Ein Beispiel: Ich kaufe, mir ein Derivat, hier eine Versicherung dass ich zum 01.01.2014 1000 Tonnen Getreide für den aktuellen Preis von 10 Euro das Kilo verkaufen kann. Am 01.10.2013 kommt es zu Überschwemmungen, Hungerkrise, das Kilo kostet nun 20 Euro. Die Bank verkauft ihre Versicherung. Reiner Spekulationsgewinn. Man darf nicht grundsätzlich dieses Derivat verteufeln, es kann auch den Bauern, der von seiner jährlichen Ernte lebt schützen. Er kann gegen einen kalkulierten Aufpreis (Prämie) seine Ernte sichern. Der Unterschied ist nur, dass bei dem Bauern  ein Gut dahinter steht, wie es auch in einer Brotfabrik sein kann, die wiederum sich langfristig ihren Einkaufspreis sichern will. Das kann ich gut heißen. Nicht gut heißen kann ich die ausufernden Geschäfte, dass ohne reelle Werte, neue Werte geschaffen werden. Das ist ein Casino, ein großes Zocken, nichts anderes.

Hier sollte die Politik ansetzten, man sollte keine Banken verstaatlichen, unser System ist gut, nur, die Regulierung unserer SOZIALEN Marktwirtschaft sollte wieder mehr greifen. Der Mut muss da sein, einen eigenen Standort zu schädigen und sich über Lobbyismus zu stellen. Auch trotz Staatsschuldenkrise.