The Hunger Games

Wie selbstverständlich wir Essen und Trinken in Deutschland nehmen. Wir denken nicht an Hunger, sondern an Buffet. Was esse ich heute? Wir treffen uns mittags zum Sushi und gönnen uns auch ab und an mal einen deftigen Schweinebraten zum Abendbrot. Na klar, es ist ja alles da!

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Wie selbstverständlich wir Essen und Trinken in Deutschland nehmen. Wir denken nicht an Hunger, sondern an Buffet. Was esse ich heute? Wir treffen uns mittags zum Sushi und gönnen uns auch ab und an mal einen deftigen Schweinebraten zum Abendbrot. Na klar, es ist ja alles da!http://4.bp.blogspot.com/-wyv6tv__8fE/Tu2erzi97HI/AAAAAAAAF68/GYnhsSpVMB0/s1600/Somalia2.jpg

Schmausen und Saufen im Schlaraffenland. In deutschen Haushalten werden um die 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel im Jahr weggeworfen, wovon bis zu 65% noch brauchbar wären. Die Angst vor dem ‘Ablaufdatum’ ist groß. Die vielfältige Auswahl ist ein Privileg, welches wir uns auch nicht nehmen lassen. Wir sorgen uns darum woher die Gurke denn nun kommt: Eingeliefert aus Israel, aber mit Plastik umhüllt, dennoch Bio und ungespritzt, oder doch Gretels Marktgemüse aus Bayern, aber behandelt? Wir leben im Luxus. Wir haben die Wahl, jeden Tag. Wir schmeißen weg, because we can.

Menschenleben auf dem Gewissen

Hinsichtlich der Schreckensnachricht aus Somalia, die uns dieser Tage erreicht, muss ich meinen Artikel etwas der Sachlage anpassen. So möchte ich nicht schlicht und ergreifend unsere Convenience-Gesellschaft angreifen. Denn EU-Regulationen, die unsere Lebensmittel betreffen, sind nicht weniger umstritten als das Verhalten unserer Wegwerf-Gesellschaft. Doch möchte ich den Missstand diskutieren, der in Dritte-Weltländern, wie Somalia herrscht, der durch unsere feige Politik erwirtschaftet wurde und wofür wir und andere Wirtschaftsweltmächte Verantwortung tragen. Es ist ein Trauerspiel sich dieses konfuse Konzept vorzustellen: Tonnen Lebensmittel inklusive ihrer Plastikverpackung werden verschmolzen und stoßen dabei auch noch Unmengen CO2 aus. Es wird exorbitant viel Billig-Fleisch produziert und wir schaffen prozentual nur drei Viertel davon zu essen, der Rest landet wiederum im Müll und ein paar tausend Kilometer weiter südlich verhungern monatlich bis zu 30.000 Menschen. Da vergeht einem doch der Appetit!

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Überfluss und Hunger

Es besteht ein enormer Überfluss in Europa und der überproduzierenden westlichen Welt -- Amerika ist dabei famoser Vorreiter in der Massenproduktion. Wir mieten Lagerhallen, in denen Getreide und andere Lebensmittel gelagert werden -- weil wir ja so viel haben. Solange, bis es keinen Platz mehr gibt. Denn wir produzieren ja weiter -- und dann? Wohin? Ja, es geht den Menschen doch so schlecht in Afrika. Tun wir also etwas Gutes und laden ein bis tausend Säcke dort ab? Das hört sich nach einer guten Tat an, ist aber fatal und nach kurzer Überlegung auch schlichtweg dumm. Diese Methode des Loswerdens  hat  die regionale Landwirtschaft in Afrika enorm gefährdet und bremst jeglichen Fortschritt der Einheimischen aus. Es führt zu Lethargie im Anbau, Aussterben von Tieren, zur Beschränkung des autarken Denkens und ganz besonders zur Abhängigkeit von Hilfsgütern. Hier ist sie, die Marktlücke: Hunger.

Das Geschäft mit dem Hunger

Nun lädt der Westen regelmäßig seine Säcke Getreide in Afrika ab, und ein minimaler Prozentsatz bekommt eventuell mal einen Tag etwas zu Essen. Mal abgesehen davon, dass viele ausgehungerte Bäuche dies kaum noch ertragen können, und die Menschen von dem ungewohnten Überfluss rein gar nichts haben, außer noch schlimmere Gastritis -- die  Selbstständigkeit und autarke Landwirtschaft wird vielseitig überschattet. Der Wert einer Wasserpumpe und der ihrer professionellen Einführung, vermag ein ganzes Dorf zu retten. ‘Professionelle Einführung’ hieße, den Menschen zu zeigen, wie die Pumpe zu reparieren ist, wie sie funktioniert und welche Pflanzen wieviel Bewässerung benötigen. Aber so machen wir das nicht. Das wird den NGO’s (Nichtregierungsorganisationen) überlassen. Die, die von Spenden leben, sollen sich mit der ‚Landwirtschaftslehre‘ befassen. Wir, die westlichen Mächte, wir flirten mit den Lobbys in den USA und dem Vereinten Königreich und machen Geld. Wenn ich sage wir, meine ich die westliche Industrie, und wenn ich dies sage, dann nehme ich als Beispiel Monsantos.

Monsantos

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Monsantos beherrscht allein 27% des Saatgutmarketes weltweit. Mitunter konkurrieren die Firmen DuPont/Pioneer, Syngenta, Limagrain, Land O’Lakes Winfield, Bayer Crop Science, KWS, Sakata und DLF-Trifolium. Wer von euch schon mal auf Reisen war und in einem stammesähnlichen Kreise gegessen und getrunken hat, kann bestätigen, dass altertümliche Herstellungsarten sehr sinnvoll und auch ohne modernisierten Fortschritt wunderbar nutzbar sind. Die Utensilien, die es braucht, um in einem Land wie Afrika, das teilweise sehr gute klimatische Voraussetzungen hat Ackerbau zu betreiben, sind gering. Die Menschen könnten sich selber helfen, wenn man sie nur lassen würde. Aber nein, mit dem verlockenden Angebot, dass durch die Pestizide von Monsantos das Erntevolumen drastisch erhöht werden kann, werden die Landwirte bezirzt und gehen Knebelverträge ein, auch das Saatgut zu kaufen. Da Monsantos mittlerweile das Patent über etliche genmanipulierte Pflanzen besitzt, werden die Landwirte daran gebunden, und die Behandlung der Pflanzen funktioniert nun ausschließlich über die Nutzung von Monsantos-Produkten. Das schafft die außerordentliche Abhängigkeit und nährt den Industrieboden, während der Boden in Afrika seine Natürlichkeit verliert.

 

4 Strategien

Greenpeace haben einen überspitzten, dennoch sehr aufschlussreichen, Strategieplan von Monsantos erfasst:

Kaufen: Seit 1999 kauft Monsantos Saatgutfirmen -- für mehr als 13 Milliarden Dollar überall auf der Welt.

Patentieren: Patent auf gentechnische Methoden und Gene: Hauptverfahren, die zum Erfolg führen, liegen im Insektengift Bt-Toxin zur Schädlingsbekämpfung und Roundup- Ready-Technologien, die Nutzpflanzen per Gentechnik gegen Roundup resistent machen.

Kontrollieren: Verbot der Nutzung der eigenen Ernte als Saatgut. Erwerb von Monsantos-Saat als Vorschrift. Auferlegung einer Schweigepflicht für die Landwirte. Eintritt von Monsantos-Detektiven in die Landwirtschaft muss immer gegeben sein.

Kontaminieren: In Nordamerika ist mehr als die Hälfte von Mais und Soja mit Monsantos kontaminiert.

Die Politik

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Es ist erschreckend, wie machtlos gar die EU scheint, diesem Konzern zu entkommen. So wird es immer beschwerlicher die aggressiven Monsantos-Monster loszuwerden. Der europäische Markt wird bedrängt und die Entscheidung fällt schwer. Und wie immer, es geht alles nur um Geld. Der rasche Wachstum von Monsantos ist ein Armutszeugnis für die Europäische Politik. Schmücken wir uns denn nicht mit einer achso umwerfenden Umweltpolitik? Umweltpolitik ist ein globales Thema und nicht nur regional. Es ist unsere Pflicht, diesen Missständen entgegen zu treten und nicht dabei zu zusehen, wie eine amerikanische Firma auf korrupte Weise die Lobbys bekniet und mit den tyrannischen Herrschern in Afrika liiert. Wird Brüssel es schaffen sich gegen die Monster-Sekte zu stellen und für eine nachhaltige Entwicklungshilfe in den Dritte-Welt-Ländern zu werben? Antatt sich damit zu rühmen, dass Essensreste mit Hubschraubern abgeworfen werden?

Gentechnik

Innenpolitisch wird diese Thematik heiß diskutiert. Doch auch nach interessanten Gesprächen mit Naturwissenschaftlern und Forschern, muss man sich drauf einlassen, dass die Gentechnik  auf lange Sicht eine gewisse Stabilität im Produktionsvolumen schaffen kann. Doch Entwicklungshelfer vor Ort warnen immer wieder, dass der einzig wahre Weg die autarke Landwirtschaft sei. Für die westliche Welt ist der Hunger ein Geschäft. Hier ist sie wieder, die Auswahl. Wir wählen Hunger als ein Business.

 

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In Somalia sind in den letzten 2 Jahren 133.000 Kinder an Hunger gestorben.