Propaganda: Nordkorea vs. westliche Medien

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Dem drohenden Atomkrieg mit dem stalinistischen Nordkorea geht jetzt schon ein Krieg der Propagandainstrumente voraus. Schließlich muss jedes Land seine jeweiligen potentiellen Kriegshandlungen vor seinem Volk rechtfertigen. Dabei wird nicht nur auf die jeweilige militärische Stärke des Gegners aufmerksam gemacht und diese womöglich als größere Bedrohnung eingestuft als sie ist. Nein auch die Lebensverhältnisse im Land des Gegners werden minutiös in der Medienlandschaft beschrieben.

In Nordkorea läuft dies ausschließlich über die Staatsmedien, die in reportagenhafter Berichterstattung vor allem im Fernsehen zeigen, wie sie zum einen die USA mit Atomraketen beschießen und diese als wehrlos darstellt und zum anderen wie die Bürger der USA in Armut dahinsiechen.

Die Tatsache, dass diese Form von Propaganda in einem diktatorischen System vorkommt und wahrscheinlich auch notwendig ist, leuchtet jedem ein, der in einer freiheitliche demokratischen Ordnung lebt. Dass allerdings auch hier eine sehr einseitige Berichterstattung geschieht scheint keiner zu bemerken. Ich möchte nicht daran rütteln, dass die Nordkoreaner unterdrückt werden und dass sich das Regime auf das Militär und dessen repressive Kräfte stützt. Allerdings fehlt mir das Verständnis dafür, dass man einen Gegner, der im Besitz von Atomwaffen ist, permanent als “armen Irren” (Spiegel Nr. 15, 8.4.2013) bezeichnet, vor allem wenn dieser einen möglichen Krieg damit rechtfertigt, dass der Stolz seiner Nation angegriffen wird. Angestachelt durch Leitmedien wie den Spiegel und auch andere große Tageszeitungen, die die Gefahr einer nuklearen Eskalation auf der koreanischen halbinsel herunterspielen, beginnt auch die Zivilgesellschaft in der westlichen Welt Hohn und Spott über das Regime zu verbreiten.

http://therealsasha.files.wordpress.com/2012/02/kim-ong-un-meme-7.jpg

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Davon bekommt das norkoreanische Volk zwar nichts mit aber in den Führungsriegen der Parteifunktionäre dürfte jegliche mediale Verunglimpfung ankommen. Das trägt auf keinen Fall zur Deeskalation des Konfliktes bei. Des weiteren halte ich eine Berichterstattung, wie sie gerade diese Woche im Titelbericht des Spigels veröffentlicht wurde für äußerst unsachlich. Zu Beginn wird die militärische Schwäche Nordkoreas (immerhin die viertgrößte Armee der Welt) aufgezeigt und dann konzentriert sich der Artikel nur noch auf die Herrscherdynastie um Kim Jong Un, der als verzogener kleiner Junge ohne Manieren dargestellt wird. Dennoch spricht dieser Diktator stellvertretend für eine Atommacht und dies sollte man Berücksichtigen.Und natürlich werden auch die ärmlichen Lebensverhältnisse (kein Strom, keine Lebensmittel, nur Alkohol im Supermarkt) in dem Land nicht ausgespart.

Die Parallelen zur nordkoreanischen Propaganda von Staats wegen sind erstaunlich. Dass sich die freien Medien der westlichen Welt zu genau der selben Attitüde hinreißen lassen find ich sehr traurig. Damit wird sugeriert, dass es mit der Gesprächsbereitschaft des Westens in diesem Konflikt nicht allzu weit her ist.

 

PS: Die Vermutung besteht, dass der Westen diesen Krieg will, bevor China zu stark ist und die USA als Welthegemon öffentlich demontiert wird.