China markiert Revier

Wurde im ersten Artikel Chinas, die ethnische Bevölkerungsaufteilung, sowie seine Öffnung zum Kapitalismus angeschnitten, möchte ich folgernd auf seine Außenpolitik eingehen, insbesondere im ostasiatischen Raum. Schildern möchte ich den Konflikt zwischen China und Japan, um die Inselgruppe Senkaku, sowie Chinas Ausbreitung auf dem Meer und den anschwellenden Konflikt zu den USA.

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http://www.zeit.de/2011/17/Vorherrschaft-Pazifik

Ausgelöst wurde die aktuelle Krise um die Senkaku-Inseln im September 2012, als die damaligen Besitzer der Insel, der japanische Familienclan Kurihara mit dem Staat Japan ein Kaufvertrag über besagte Inseln schloss. Verkaufswert umgerechnet 21 Millionen Euro. Lächerlich, für drei strategisch wichtige Inseln, die reich an Fischgründen, und wertvollen Rohstoffvorkommen sind.

Der Vertragsschluss führte zur Eskalation, obwohl der Streit selbst sich schon seit Jahrzehnten streckt. Tokio beruft sich auf das Jahr 1885, indem es die Kontrolle über die Inseln übernahm und China argumentiert unter anderem mit Landkarten aus der Ming-Dynastie… Offen gesagt, möchte ich hier gerade nicht tiefer ausführen, wem, was, wann und mit welchem Abkommen zuerst gehörte. Es wäre nur eine ähnlich langatmige historische Aufzählung und selten Ziel führende Lösung. Siehe  Taiwan und der von Christoph viel beschriebene Nahostkonflikt. Viel interessanter ist, was die Monate danach passierte und wie sich die Senkaku Inseln, als Beispiel  nur einreihen, in eine Anzahl territorialer politischer Krisen.

Naval honour guards stand as they wait for a review on China's aircraft carrier "Liaoning" in Dalian, Liaoning province

http://www.spiegel.de/politik/ausland/china-marine-erhaelt-ersten-flugzeugtraeger-a-857850.html

Stellten anfangs auf beiden Seiten Nationalisten ihre Flaggen auf den Inseln auf, patrouillieren jetzt Kriegsschiffe um die Inseln, die sich gegenseitig ins Visier nehmen. China streckt seine Brust heraus. Jetzt, und nicht die letzten 130 Jahre, als die Insel schon zu Japan gehörte. Und wieso? Weil China es jetzt kann!  Die nun stärkste Wirtschaftskraft hat sich die letzten 10 Jahre militärisch extrem aufgerüstet. Vom chinesischen Stealth-Allzweckjäger (gut, wahrscheinlich viel von den USA abgekupfert), bis zum ersten Flugzeugträger, entwickelt sich das Land von einer Massenarmee, zu einer High-Tech Armee. Mit diesen militärischen Fortschritt, den China all zu Stolz in die Welt hinaus propagiert, setzt es seine Nachbarn unter Druck, wie zum Beispiel Südkorea oder Vietnam und beansprucht den Großteil des Chinesischen Meeres, bis vor die Türen der Philippinen, Indonesiens und auch Singapur. Dieser  Druck war es unter anderem, der die USA, sowie mehrer Pazifikstaaten dazu bewegten ein Freihandelsabkommen zu unterzeichnen. Auch wurde eine militärische Zusammenarbeit mit Australien vereinbart, indem die USA Truppen im Norden des Landes stationieren. Präsident Obama, hat das Pazifische Meer, als Priorität Nummer Eins erklärt, “als Pazifik-Nation würden die USA eine größere und langfristigere Rolle in der Gestaltung dieser Region und ihrer Zukunft spielen”. Um dies zu untermauern plant das Pentagon einen Großteil der amerikanischen Flotte in den Pazifik zu verlegen. Den USA ist bewusst, das die nächsten 50 Jahre Weltgeschichte hier spielen werden, weit weg von dem “kränkelnden Kind Europa”. China stellt sich selbstverständlich brüskiert da, und verurteilt die Handlungen der USA.

Die Parallele zu dem kalten Krieg sind klar, Muskelspiel,  militärische Aufrüstung  und Bündnisse zwischen Staaten gleichen politischen Systems. Gut, die Besonderheit ist, das China und die USA  wirtschaftlich stark verflechtet sind. Die USA ist pleite, Hauptgläubiger ist China. Und China ist reich, US-Dollar reich… aber hält das von einem Stellvertreterkrieg ab? Wie weit kann China gehen?

Das Fazit ist, China muss seinen Ressourcenhunger stillen, und tritt außenpolitisch aggressiv um seine Nachbarn herum auf. Das Land will die absolute Vormachtstellung Asiens inne haben, und nimmt auch immer mehr Einfluss auf Afrikanische oder Südamerikanische Länder (Hierzu wird noch ein Artikel folgen).  Die USA mit seinen Bündnispartnern will einen Gegenpol schaffen. Zum Glück können sich keiner der beiden Staaten aktuell einen Krieg leisten. Hoffen wir, dass das so bleibt.

 

Sehr empfehlenswerter Artikel der Zeit dazu: http://www.zeit.de/2011/17/Vorherrschaft-Pazifik