Syrien wird zum Sicherheitsrisiko

Israel-Syria-airstrike-001

http://www.guardian.co.uk/world/2013/jan/31/russia-condemns-israeli-strike-syria

Bashar al Asad nennt den Luftangriff, den die israelische Luftwaffe letzte Woche auf einen Konvoi der Hisbollah ausgeführt hat, einen Akt der Destabilisierung für sein Land. Er “entlarvt die wahre Rolle, die Israel in Zusammenarbeit mit feindlichen ausländischen Kräften und deren Agenten auf syrischem Boden spielt”.

Die Frage hierbei ist, ob ein Land, das sich im Bürgerkrieg befindet und ohnehin destabilisiert ist, ein Sicherheitsrisiko für Israel bedeutet und inwieweit ein Angriff auf fremdem Teritorium gerechtfertigt ist? Syrien war nach dem 6-Tage-Krieg mit Israel nur zur Übereinkunft eines Waffenstillstands gekommen und vor die Golan-Höhen. Israel, für welches die “Land für Frieden”-Strategie mit Ägyptenzu einem Friedensvertrag führte, hat aber die Golan niemals zum Angebotsspektrum eines möglichen Friedensvertrags mit Syrien gemacht, da dieser Landstrich strategisch sehr wichtig ist, um zum Beispiel die Hisbollah aus dem Libanon abwehren zu können. Da ein solcher Vertrag nie zustande kam, hat Syrien auch nie die Existenz Israels anerkannt. Weiterhin sieht sich Syrien als die Schutzmacht des Libanon, in dessen Landesgrenzen die Hisbollah zu einer militärisch schlagfertigen Terrororganisation herangewachsen ist, die offen Israels Vernichtung vorantreibt.

http://www.google.de/imgres?um=1&hl=de&client=firefox-beta&tbo=d&rls=org.mozilla:de:official&biw=1920&bih=972&tbm=isch&tbnid=wHSnm1dx9jrHpM:&imgrefurl=http://www.salon.com/2013/01/31/syria_and_iran_threaten_retaliation_for_israeli_airstrike/&docid=onyisF8q-E-mqM&imgurl=http://media.salon.com/2012/07/mideast-israel-syria-druse.jpeg.jpg&w=5760&h=3840&ei=tr8PUYGfM8jYsga31YHQCQ&zoom=1&iact=hc&vpx=442&vpy=271&dur=2074&hovh=183&hovw=275&tx=209&ty=102&sig=105861681773147695424&page=1&tbnh=136&tbnw=210&start=0&ndsp=43&ved=1t:429,r:37,s:0,i:232

In einem Land in dem Bürgerkrieg herrscht gehen leicht Waffen und Waffensysteme verloren bzw. fallen in die Hände von Terroristen (so wie in Mali ja auch Waffen aus dem libyschen Bürgerkrieg von den Touareg eingesetzt werden), und eine Kontrolle über die Waffen liegt nicht länger in der Gewalt des syrischen Staates. Dementsprechend geht die israelische Führung davon aus, dass die Waffen die der FSA (freie syrische Armee), oder auch anderer Kampftruppen, unter anderem auch der syrischen Armee, entrissen werden, in die Hände der Hisbollah gelangen. Der Luftangriff der letzten Woche galt genau einer solchen Waffenlieferung, die die Hisbollah nach Angaben der US-Administration schon übernommen hatte.

Mit der Destabilisierung des syrischen Staates, die wohl kaum von einem israelischen Luftangriff ausgeht, sondern von der gnadenlosen Repression des Asad-Regimes, geht für Israel eine relativ sichere Grenze verloren. Denn die Grenzsicherung zwischen Syrien und Israel war etwas, auf das sich Israel lange verlassen konnte. Nun sind aber im ganzen Land große Flüchtlingsströme unterwegs, die vor allem auf dem Weg nach Jordanien sind, ein Land, dass jetzt schon überfordert ist mit den Flüchtlingslagern. Wie ist es damit um die Sicherung der Landesgrenzen Syriens bestellt?

Syrian rebels help a wounded comrade

Dennoch bleibt die Frage offen ob ein Eindringen in den Luftraum seitens der israelischen Luftwaffe ein legitimes Mittel ist um für die eigene Sicherheit zu sorgen oder nicht? Spannend ist auch zu sehen, wie sich Israel verhält, weil nämlich bisher keine offizielle Stellungnahme zu dem Vorfall abgegeben wurde. Ich vermute hinter dem Angriff ein Signal der israelischen Regierung an Syrien und die Hisbollah, dass man sie unter Beobachtung hat und die Anstrengungen für eine gemeinsame Angriffspolitik gegen Israel zwecklos ist, da sie im Keim erstickt werden wird.

 

 

Bezüge:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/luftangriff-in-syrien-assad-wirft-israel-destabilisierung-vor-a-881223.html