China kehrt an seinen Platz zurück

China als gerade entstehendes Industrieland  zu betrachten, scheint im Vergleich zu den anderen BRIC Staaten als überholt. War das Land eine Zeit lang die Werkbank der Welt, legt China dieses Image mehr und mehr ab, um in den Hochtechnologiebereich zu investieren. Zum Beispiel Photovoltaik, in der Deutschland Vorreiter war, aber durch staatlich subventionierte chinesische Unternehmen überholt wurde.

Wächst China, wächst die Welt, und die Deutsche Autoindustrie jauchzt. 1,33 Mrd. Menschen. Jeder fünfte Erdenbürger ist ein Chinese. Interessanterweise lässt sich die Statistik noch weiter ausführen, dass jeder sechste, der gleichen ethnischen Gruppierung angehört, nämlich den Han-Chinesen, (abgeleitet von der Han-Dynastie 300 v. Chr.). Tibetaner und Uiguren, sowie weitere Minderheiten teilen sich die restlichen 10%.

20110715 Info2china_China Ethnisch

Geografisch betrachtet, ist es ganz anders. China teilt sich hier in der Mitte. Im fruchtbaren Osten, bewässert durch eine Vielzahl an Flüssen und nahe an der Küste zum Chinesischen Meer, leben die Han-Chinesen. Sie teilen sich ihre Geschichte, Tradition und Kultur, was zu einem tiefen Nationalgefühl führt. Im Westen liegt das größte Gebirge der Welt, mit der Provinz Tibet, sowie die karge Steppenwüste Gobi und die Provinz Xinjiang, Heimat der Uriguren. Alles schwer erschließbares Land, mit wenigen Siedlungsmöglichkeiten, und noch weniger Boden um sich zu ernähren. Das bedeutet, dass nur 10% der Chinesischen Bevölkerung 50% des Landes bevölkern. Welch strategische Bedeutung so eine riesige Landfläche hat, ist wohl Klar. Welche autokratische Regierung würde hier Abspaltung akzeptieren? Keine würde das tun.

Eines der höchsten Gebote der Parteiführung ist das stetige Wachstum. Das Ergebnis muss größer sein als das Opfer. Mehr Chinesen, müssen es sich leisten können, bei Ikea zu kaufen, Starbucks Kaffee zu trinken, oder deutsches Autos zu kaufen, als das Menschen, aufgrund schlecht gebauter Häuser, bei Erdbeben sterben, oder anderen staatlichen Einflusses wegen, ihre Existenzen bedroht werden. Nur das Dilemma ist, der Chinese wählt mehr und mehr den Kapitalistischen Wachstumsweg. Teile Pekings, sind mit Las Vegas zu vergleichen. Der Mittelstand macht das was er soll. Konsumieren, und das in Massen. Er schafft sich Besitz an. Eine größer und größer werdende Schicht wird das tun. Reichtum schaffen und ihre Kinder auf beste Schulen schicken. Eine neue Generation.

Nun Frage ich mich, ob für die Kommunistische Partei, dieser Mittelstand, vom modernen Konsum geprägt, etwas Gutes ist?

Nein, hier wird sich etwas zusammen brauen. Der erarbeitete Besitz und Reichtum der Menschen wird einen neuen Willen nach Rechtsstaatlichkeit schaffen. Umso mehr China wirtschaftlich wächst, umso größer wird der Aufschrei der Bevölkerung sein, wenn der Staat den Menschen willkürlich um seine hart erarbeitete Existenz beraubt. Dann wird ein breites gebildetes Bürgertum, sich irgendwann erheben können.

Ob das China erschüttern wird? Ja.

Ob es Chinas seine Weltmachtstellung nehmen wird? Nein

Infos:

 

http://www.monde-diplomatique.de/karten/view.php?id=445